Die Referentin Dr. Tanja M. Brinkmann, Trauerberaterin, promovierte Soziologin, Sozialpädagogin und Krankenschwester, stellte gleich zu Beginn eine zentrale Perspektive in den Mittelpunkt: Nicht die Trauer ist das Problem, sondern der Verlust – und Trauern ist der Weg, Verluste in das eigene Leben zu integrieren. In ihrem Vortrag machte sie deutlich, dass Trauer viele Ursachen haben kann und weit über den Tod eines Menschen hinausgeht. Auch Abschiede, Veränderungen oder Brüche im Leben können Trauer auslösen
Anschaulich und lebendig führte Dr. Brinkmann durch grundlegende Fragen:
- Warum und wie trauern wir?
- Was gehört zu einem Trauerprozess dazu?
- Was brauchen trauernde Menschen – und was hilft eher nicht?
Mit Bildern, Beispielen und kurzen Mitmach-Elementen wurde deutlich, wie individuell Trauer verläuft, wie unterschiedlich ihre Intensität sein kann und dass sie häufig länger dauert, als wir gesellschaftlich erwarten. Auch die sozialen „Spielregeln“ der Trauer und ihre Auswirkungen auf Trauernde und Begleitende wurden thematisiert
Besonders prägend war die hohe Interaktion: Die Teilnehmenden – viele kannten sich zuvor nicht – kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und reflektierten eigene Haltungen. Der Vortrag schuf Raum für Austausch, Nachdenken und Fragen und machte Trauer als menschliche, sinnvolle und begleitbare Erfahrung sichtbar.
Wir danken Dr. Tanja M. Brinkmann herzlich für diesen eindrucksvollen Abend sowie allen Teilnehmenden für ihre Offenheit und ihr Mitwirken. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, Trauer zu enttabuisieren und ein besseres Verständnis für trauernde Menschen und ihre Bedürfnisse zu fördern – ein Anliegen, das auch im Mittelpunkt unserer Hospizarbeit steht.